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Aktuelles - Januar 2012

Multimedia-Pionierin an der FernUniversität: „Hier passe ich hin, das ist mein Job!“

Mathematik-Professorin Luise Unger seit 25 Jahren im öffentlichen Dienst

Für 25-jährige Tätigkeit im öffentlichen Dienst erhielt Prof. Dr. Luise Unger, Lehrgebiet Algebra an der FernUniversität in Hagen, am 17. Januar von Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer die Ehrenurkunde. An der FernUniversität ist sie seit dem 1. April 1999 beschäftigt.

Rektor Prof. Helmut Hoyer überreichte Prof. Luise Unger die Urkunde.

Nach ihrer mathematischen Promotion an der Universität Bielefeld – wo sie dieses Fach zuvor studiert hatte – war sie von 1984 bis 1986 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem DFG-Forschungsprojekt. Mit ihrer nächsten Station ab Oktober 1986 verbinden sie noch heute viele schöne Erinnerungen, „der Hafen und die See, mein erstes Auto, Reisen durch Irland, die Stadt der Beatles…“: An der Universität in Liverpool forschte Luise Unger mit DFG-Förderung ein Jahr lang, wurde anschließend Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität in Paderborn, wo sie sich – zeitweise gefördert mit einem Lise-Meitner-Stipendium – am 28. Oktober 1993 habilitierte. Zum ihrem Abschied im Februar 1999 bekam die Privatdozentin Luise Unger von der Fachschaft eine Studentenpuppe: „Damit Sie noch mal einen Studenten sehen!“ Die Sorge der auch mit einem Preis für ihre Lehre ausgezeichneten Dozentin, an eine Uni ohne Studierende zu kommen, verflüchtigte sich schnell: „Ich stehe heute vorbehaltlos hinter dem Konzept der FernUniversität, als Professorin und als Person! Hier passe ich hin, das ist mein Job!“

Kaum angekommen in Hagen begann sie, Studienmaterial zu entwickeln. Acht Kurse wurden es bis heute. Und sie nutzte die Möglichkeiten aus, die die neuen Medien bieten, setzte als „Pionierin“ Online-Praktika und -Seminare ein.

Sich selbst bezeichnet Prof. Unger als „klassische, reine Algebra-Forscherin“. Ob ihre Forschungsergebnisse einmal praktisch angewandt werden können? Das ist für sie nicht die entscheidende Frage: „Eine Gesellschaft muss es sich auch leisten können, nicht immer nur anwendungsorientiert zu forschen.“ Und ausschließen lässt sich eine spätere Nutzung ja keineswegs: „Es gibt genügend Beispiele gerade in der Mathematik, wo Ergebnisse von Grundlagenforschung viele Jahre später sogar in Bereichen angewendet wurden und werden, von denen man nicht den Hauch einer Ahnung hatte!“

In der Lehre hat Luise Unger dagegen den Schritt zur Anwendungsorientierung ganz im Sinne der berufstätigen FernUni-Studierenden bereits frühzeitig unternommen. So befasst sie sich u.a. mit der Computeralgebra und mit der Kryptografie, mit der sie gelegentlich große Kindergruppen für die Mathematik begeistert: „Die ‚Kids’ finden es doch klasse, wenn sie geheime Botschaften austauschen können – und deren mathematische Grundlage ist die Kryptografie.“ Und ihr macht die Freude der Kinder, ihre gespannte Erwartung, einen Riesenspaß.

Sich in der akademischen Selbstverwaltung zu engagieren ist für Luise Unger eine Selbstverständlichkeit: im Fakultätsrat, zwei Jahre als Studiendekanin der neu geformten Fakultät für Mathematik und Informatik, als langjährige Vorsitzende der Gleichstellungskommission.

In ihrer Freizeit reist sie viel, nach Ostasien genauso gerne wie in Europa. Sie hört leidenschaftlich gern klassische Musik, besucht „viel zu selten“ Opern. Und sie ist, ein wenig ungewöhnlich für eine Professorin, Fan der Fußballclubs im „Ruhrpott“.

Gerd Dapprich | 24.01.2012
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