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„Vom Nutzen und Wert des Nichtwissens“

Vortragsreihe „BürgerUniversität Coesfeld“

Icon Hagener Forschungsdialog
Wann: 20.09.2017 um 19:00 Uhr
Wo: Regionalzentrum Coesfeld , WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld
Referent/-in: PD Peter Wehling (Johann Wolfgang Goethe-Universität)

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PD Peter Wehling: Projektleiter und Privatdozent am Institut für Soziologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main. Er hat sich in zahlreichen Forschungen und Publikationen mit der Rolle von Wissen und Nichtwissen in den heutigen Gesellschaften beschäftigt. Zu seinen weiteren Forschungsschwerpunkten gehören die sozialen Implikationen der Biomedizin, die Wissenschafts- und Techniksoziologie sowie die Umweltsoziologie.
Einführende Worte / Moderation: Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke
Veranstalter:Ernsting‘s-family-Junior Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften

Auskunft erteilt: E-Mail an Regionalzentrum Coesfeld
Telefon: 02541 7582

Auf den ersten Blick mag es völlig abwegig erscheinen, in den heutigen „Wissensgesellschaften“ nach dem Nutzen des Nichtwissens zu fragen. Doch bei näherem Hinsehen lassen sich in vielen gesellschaftlichen Bereichen nützliche und wertvolle Formen von Nichtwissen, Anonymität oder Geheimhaltung erkennen: das Wahl- und Briefgeheimnis, anonymisierte Bewerbungen, das „Recht auf Nichtwissen“ in der Medizin, das „Recht auf „Vergessen-Werden“ im Internet. Anhand solcher Beispiele wird in dem Vortrag erläutert, dass und aus welchen Gründen bewusstes Nichtwissen nicht nur einen hohen Nutzen, sondern häufig auch einen eigenen moralischen Wert besitzen kann.

Umgekehrt führt uns das Wissen keineswegs automatisch zu vernünftigem, moralischem Handeln, sondern kann auch die Quelle von Diskriminierung und Benachteiligung bilden. Angesichts der heute fast unbegrenzten Möglichkeiten des Wissens ist sorgfältiger denn je abzuwägen, was und wie viel wir wissen wollen – oder besser nicht wissen sollten.

Gerd Dapprich | 06.09.2017
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