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Der „Deutsche Herbst“ 1977 - Rekonstruktion einer politischen Stimmung

Vortragsreihe „Lüdenscheider Gespräche“

Icon Hagener Forschungsdialog
Wann: 11.10.2017 um 18:00 Uhr
Wo: Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid
Referent/-in: Ernst Schreckenberg

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Der "Deutsche Herbst" ist als schlagwortartiger Begriff im kollektiven Gedächtnis der Bundesrepublik verankert. Er fasst die dramatischen Ereignisse zusammen, die nach den Mordanschlägen auf den Generalstaatsanwalt Siegfried Buback und den Bankier Jürgen Ponto und nach einem gescheiterten Attentat auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe dann im September 1977 in der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, der Entführung der Lufthansamaschine "Landshut" und dem kollektiven Selbstmord der im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Mitglieder Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Karl Raspe kulminierten. In diesen gut sechs Wochen im September und Oktober vor vierzig Jahren befand sich die Bundesrepublik in einem kollektiven mentalen Ausnahmezustand, der das Verhalten und Auftreten der Vertreter der staatlichen Organe, der öffentlichen Medien wie Zeitungen und Fernsehen und die Stimmungslage der Bevölkerung prägte. In diesem Sinne meint der Deutsche Herbst auch eine politische Stimmungslage.

Jenseits einer Chronologie und Analyse der damaligen Ereignisse, über die schon fast unübersehbar viel publiziert worden ist, will sich der Vortrag mit Filmausschnitten darauf beschränken, anhand zeitgenössischer Filmdokumente und filmischer Bearbeitungen wie etwa "Deutschland im Herbst" oder "Der Baader-Meinhof-Komplex" eine anschauliche Vorstellung von diesem Ausnahmezustand zu vermitteln. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Rolle des Fernsehens, das damals zum wichtigen politischen Akteur wurde - sowohl im Kalkül von Regierung, Justiz und Polizei als auch im Kalkül der RAF-Terroristen.

Ernst Schreckenberg: Jahrgang 1947, war Leiter des Fachbereichs „Politik und Medien“ an der Volkshochschule Dortmund und langjähriger Filmreferent des deutschen Volkshochschulverbandes. Schwerpunkte seiner pädagogischen Tätigkeit waren Filmbildung und Filmvermittlung, speziell in der Lehrerfortbildung, sowie Projekte der Politischen Bildung durch Medien. Lebt im Ruhestand, publiziert zu filmhistorischen Themen und macht weiterhin Vorträge und Seminare.
Einführende Worte / Moderation: Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch (FernUniversität in Hagen)
Veranstalter:Institut für Geschichte und Biographie

Auskunft erteilt: E-Mail an Eva Engelhardt
Benedikt Reuse | 29.08.2017
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de