"Haltung ist Stärke: Was auf dem Spiel steht"

25. Januar 2018

Vortragsreihe: Lüdenscheider Gespräche

Zeitraum
25.01.2018 18:00 Uhr
(bis 20 Uhr)

Ort
Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid

Veranstalter/-in
Institut für Geschichte und Biographie

Referent/-in
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Auskunft erteilt
Eva Engelhardt

Der 14. Dezember 1995 stellt sich für Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Rückblick als tiefer Einschnitt in ihrer politischen Karriere dar. Als an diesem Tag das Ergebnis des Mitgliederentscheids der FDP zum ‚Großen Lauschangriff‘ bekannt gegeben wurde, in dem sich die Mehrheit der Parteimitglieder für das Abhören in Wohnungen aussprach, ließ die damalige Justizministerin umgehend eine Pressekonferenz in ihrem Ministerium einberufen, um ihren Rücktritt anzukündigen.

Bis dahin hatte die gebürtige Mindenerin eine außergewöhnliche politische Laufbahn absolviert. Seit 1978 Mitglied der FDP, wurde sie 1990 in den ersten gesamtdeutschen Bundestag gewählt, dem sie bis 2013 angehörte. 1992 bis 1996 war sie Bundesjustizministerin im Kabinett von Helmut Kohl und von 2009 bis 2013 nochmals im gleichen Amt tätig.

Ihre gesamte Biographie ist auch nach eigenem Bekunden ganz „selbstverständlich politisch“ geprägt, insbesondere von dem streitbaren Engagement für Privatsphäre und bürgerliche Freiheit im liberalen Rechtsstaat. Diese Kernthemen ihrer politischen Agenda sieht sie, nicht zuletzt im Spannungsfeld terroristischer Bedrohung und umfassender Digitalisierung, heute mehr denn je gefährdet.

Vor diesem Hintergrund werden an diesem Abend sowohl biographische Aspekte als auch die Forderung nach einem lebendigen Verfassungspatriotismus diskutiert werden.


Gerd Dapprich | 10.01.2018